Mittwoch, 9. Januar 2019

Gedanken zu You - Du wirst mich lieben

Ich liebe Serien, ich liebe gute Serien, ich quatsche auch gern drüber. Nur eigentlich nicht auf dem Blog. Bei You - Du wirst mich lieben muss ich allerdings eine Ausnahme machen, weil nach beenden der Serie so viele Gedanken in meinem Kopf kreisen. Besonders: "Was stimmt mit mir nicht?"



Aber von vorn.
Am Wochenende habe ich mal wieder intensives Binge-Watching betrieben. Nachdem ich alle Folgen der dritten Riverdale Staffel ( Leute, darüber müssen wir nicht reden, ich weiß selbst nicht wieso ich so lange durchgehalten habe) gesehen habe , brauchte ich etwas neues. Elite Staffel 2 ist noch nicht da, Baby schon durchgesuchtet.

Mir wurde You - Du wirst mich lieben vorgeschlagen . Eine Serie über die viel geredet wurde, eine Serie zu der ist ein Buch gibt ,das habe ich allerdings nicht gelesen und es wird auch nicht dazu kommen.Dies ist also kein Serien Buch vergleich.


Klappentext vom Buch:
Joe Goldberg ist gutaussehend, charmant - und bereit, sich endlich zu verlieben. Als die angehende Autorin Guinevere Beck die Buchhandlung betritt, in der er arbeitet, ist er augenblicklich von ihr hingerissen. Er weiß, dass er sie wiedersehen muss, und tut, was jeder in seiner Situation tun würde: Er googelt ihren Namen und findet alles über sie heraus, was er kann, um ihr "zufällig" ein zweites Mal zu begegnen. Beide spüren die Verbindung, die zwischen ihnen herrscht - es ist die perfekte Liebesgeschichte.

oder?

Denn Joe ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Und auch hinter Becks unschuldigem Lächeln verbirgt sich mehr als gedacht. Bald schon gerät ihre Beziehung außer Kontrolle - und die Abgründe, die sich dabei auftun, haben tödliche Konsequenzen.
Quelle: Amazon


Ich habe selten eine Serie gesehen , die mich gleichermaßen gelangweilt und fasziniert hat. Es gab einige langatmige Passagen und dennoch konnte ich nicht aufhören zu schauen, ich war wirklich an den Fernseher gefesselt, wollte nichts verpassen , es könnte ja was passieren. Und es ist eine Menge passiert.

Ich hätte abgeschreckt sein sollen, angewiedert von Joe und seinen Taten und doch war er mir sympatisch . Joe ist vom Typ her charmant, witzig, süß , etwas unbeholfen. Kein Typ Mann der raussticht, eher ein Normalo, auf den ersten Blick schüchtern und dennoch völlig durchgeknallt. Mord , Stalking, emotionale Erpressung rechtfertigt er mit "Ich habe es für dich getan" und man glaubt ihm das, dass er eigentlich keine bösen Absichten hat, dass er selbst ein Opfer seiner Emotionalität ist. Er ist nicht das reine Böse, er kümmert sich um seine Mitmenschen, auch auf Liebevolle und Fürsorgliche Weise und geht eben manchmal nur etwas zu weit.

Und genau bei diesen Gedanken frage ich mich selbst: Was zur Hölle stimmt mit mir nicht, dass ich so jemanden sympatisch finden kann, nicht dass ich seine Taten gut heiße. Er wäre jetzt auch kein Typ für den ich schwärme oder den ich sonderlich anziehend finde , aber ich wollte ihn so oft einfach in den Arm nehmen und ihm den Rücken tätscheln. Ich konnte ihn einfach nicht als Eiskalten, berechnenden Typen ansehen oder als Psychopatisches Arschloch, auch wenn er das irgendwie doch schon ist.

Das wird einem aber auch wirklich schwer gemacht, denn die ganze Serie über hört man aus dem Off Joes Gedanken, es ist als würde man in seinen Charakter eintauchen und das liebe Netflixproduzenten habt ihr einfach großartig gemeistert.

Man lernt zwar auch Bek und ihre Gedanken, auf diese Art kennen , dennoch wurde ich mit ihr nicht ganz so warm, sie war mir meist unsympatisch und ganz ehrlich? Ganz richtig im Oberstübchen ist sie auch nicht. Geringes Selbstwertgefühl, Vaterkomplex und eindeutig überfordert mit ihrem Leben , verletzlich und teilweise echt nervig, das kam allerdings erst im Verlauf. Die Produzenten, Schauspieler und die Autorin schaffen es dass Bek und Joe in der Serie die Rollen tauschen , während Joe immer sympatischer wurde , wurde Bek immer nerviger. Ich weiß nicht ob das so beabsichtigt war , aber ich fand es gut gemacht.

Und trotzdem fieberte ich der Liebesgeschichte entgegen, freute mich für Joe, dass er vermeidlich glücklich mit ihr war. Doch das ist doch keine Romantik, das ist Lügen, Betrügen, Macht ausspielen und Bindung durch emotionale Erpressung und Manipulation.
Etwas, was einfach nur krank ist und ich definitiv nicht gut heiße.
Trotzdem kann ich nach diesem Ende, das abgeschlossen und dennoch offen für neues ist, eine Zweite Staffel kaum erwarten.
Wieder die Frage: Was stimmt mit mir nicht?

Habt ihr die Serie gesehen? Wie ging es euch dabei? 

Kommentare:

  1. Hey du!
    Wirklich sehr interessante Gedanken. Ich habe die Serie bisher noch nicht gesehen und auch das Buch noch nicht gelesen, aber ich bin auf jeden Fall neugierig. Wird wohl bald noch dazu kommen, dass ich mir die Serie ansehe :)

    Liebst, Lara von Fairylightbooks :)

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  2. Huhu,
    ich habe zuerst das Buch gelesen und dann die Serie geschaut und keine Angst, du bist definitiv nicht komisch! ;) In der Serie wird Joe nämlich ganz anders dargestellt als im Buch und hätte ich nur die Serie gesehen, hätte ich ihn auch sympathisch gefunden. Im Buch kommen nämlich noch eine abartigen und seltsamen Gedanken dazu und weil diese in der Serie nur teilweise - und auch wenn, nur die harmlosen - zu hören sind, denkt man, Joe ist eigentlich gar nicht so psycho. So empfehlenswert ist das Buch allerdings auch nicht. Also man hätte sich beides vielleicht sparen können.

    Alles Liebe, Aurelia von Buchexplosion

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  3. Ich dann deine Ansicht so gut verstehen. Mir ging es auch so, vor allem mit der Frage „Was stimmt nicht mit mir?“
    Ich habe meine Schwester fast genötigt mit mir weiter zu schauen, weil ich nicht aufhören konnte... ich war so gefesselt und habe auch bis zum Serienende behauptet, dass es trotz allem irgendwie eine Liebesgeschichte ist, einfach, weil es durch das Eintauchen in Joes Gedankenwelt genau diesen Eindruck erweckt hat.
    Ich finde es aber spannend, dass die Serie im Grunde auch so konstruiert ist, dass man als Zuschauer Joes Beweggründe verstehen, nachvollziehen und deswegen sogar entschuldigen kann. Würde diese ständige Selbstwahrnehmung und Erklärung der Situation aus seiner Sicht fehlen wäre die Serie Wahrscheinlich so psychotisch, dass ich schon sehr früh aufgehört hätte sie zu schauen.

    Love, Ronja

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  4. Hallo Kira,

    ich denke mit dir stimmt alles :o) Mir ist es beim Anschauen der Serie ähnlich ergangen wie dir und auch ich habe mich gefragt, warum Joe trotz sehr fragwürdigen Handlungen immer noch so sympathisch auf mich als Zuschauer gewirkt hat. Ich denke das liegt im Wesentlichen daran, dass die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt wurde und dass seine fraglichen Handlungen auf nachvollziehbaren und vor allem sehr positive Beweggründe beruhen. Er liebt Beck, er möchte, dass es ihr gut geht. Er möchte sie beschützen. All das sind ja Dinge, die man erst einmal als positiv assoziiert. Die folgenden Handlungen, die er dann begeht, geschehen oft aus einem Affekt heraus. Er kann nicht anders. Er wird von den Ereignissen getrieben. Ich glaube all das lässt seine objektiv kriminellen und negativen Verhaltensweisen dann auf den Zuschauer als nachvollziehbar und somit auch fast schon sympathisch wirken. Hinzu kommt, dass die Menschen in seinem Umfeld allesamt auch nicht moralisch gefestigt sind. Nur werden die Beweggründe dieser anderen Menschen eben nicht so sehr beleuchtet, wie die von Joe.

    Ich denke das macht diese Serie gerade so interessant. Ein Protagonist, den man eigentlich hassen sollte und den man letztlich dann aber doch versteht und ... ja stellenweise sogar fast ein wenig ins Herz schließt.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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