Freitag, 24. Juni 2016

{Rezension} Shadows

Absolut packend und erschreckend Realitätsnah 




Titel: Shadows
Autor: Olivia Mae
Selfpublisher: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erschienen: 7. Februar 2016
Formate: Taschenbuch 9,99 € / Ebook 4,99 €
Seitenanzahl Print: 307 Seiten
Buch kaufen: Amazon

"Selig, wem es gelang, die Gesetze der Welt zu erkennen, wer, von Beänstigung frei, das unerbittliche Schicksal und des gierigen Acheron Rauschen zu Füßen sich legte!" - Vergil


Wie weit bist Du bereit zu gehen, wenn eine einzige Aussage dein ganzes Weltbild zum Bersten bringt? Wenn Du dein ganzes Sein, all deine Kräfte dafür aufbrauchst, jemanden darzustellen, der dein wahres Ich verdecken soll? Jakob flüchtete mit Hilfe einer Überdosis vor den Scherben seines Ichs und lässt in seinem Tun die einzige Schülerin im Stich, die je auf seiner Seite gestanden hatte: Natasha. Und nicht nur das. Aus dem Grab heraus entsendet er eine letze Bitte an diese: Sie soll sein Tagebuch der 8B vorlesen. Der Klasse, die Jakob in den Selbstmord trieb. Eine akribisch geplante Falle schlägt zu, als sie das Buch öffnet...
Shadows ist ein sozialkritischer Jugendroman. 


"Ein Stern, der mit einem Knall verschwand. Es musste keine Supernova werden, kein wirkliches Wunder, aber es sollte auch kein leises Dahinscheiden sein. Zu unpassend!"



Eine Klasse, verschiedene Schüler, verschiedene Gruppen. Ein Schüler der Selbstmord begeht. Der Streber, der Unsichtbare. Erst scheint es kaum einen wirklich zu kratzen, bis Jacob plötzlich sichtbar wird. In Form eines Tagebuches, das er seiner einzigen Freundin vermacht hat, mit seinem letzem Willen. Sie soll das Tagebuch vorlesen, vor der Klasse. Was das ganze für Folgen hat, das ahnt am Anfang niemand. Denn in diesem Tagebuch, rechnet er gnadenlos mit seinen Mitschülern ab und deckt Geheimnisse auf, die mehr als pikant sind und sie plötzlich zu Taten stehen müssen, die Sie lieber weiter verdrängen würden.

"Das war nicht schlimm. Das war traurig, schockierend, belastend, erschreckend. Von mir aus auch ernüchternd oder tragisch. Aber schlimm ... schlimm, Natasha, ist ein Kind, wenn es der Mutter 5 € aus der Tasche klaut. Schlimm ist man, wenn man Papiertonnen anzündet. Du ... du bist weit über Schlimm hinaus gerast"


Ich wusste vom Klappentext, dass Shadows ein Buch ist, das mich aufwühlend wird. Aber damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, denn es hat mich nicht nur durchgewirbelt sondern auch nachdenklich gemacht. Wen stellen wir in unserem Umfeld da? Uns selbst oder die Person die andere in uns sehen wollen? Und vor allem wie gut kennen wir unser Umfeld, erschreckender noch, was weiß unser Umfeld wirklich über uns? Shadows ist brutal ehrlich und im Hintergrund auch Kritisch mit dem Bildungssystem. Meines Erachtens sollte dieses Buch im Unterricht gelesen werden. Denn es befasst sich mit mehreren Schülern und einem immer wieder aktuellem Thema, sogar mehreren auf die ich aber nicht näher eingehen werde, da ich niemanden Spoilern möchte.
Das Buch baut nicht langsam an Spannung auf, sondern man wird direkt in die Story gesogen. Es beginnt spektakulär und genau so endet es auch.
Es gibt keinen Spannungsabbruch oder eine zwischenzeitliche Langatmigkeit. Natürlich gibt es entspannte Szenen, alltägliche, aber das Leben ist ja auch nicht immer nur hart sondern hat immer wieder positive Seiten. Und genau das zeigt die Geschichte und besonders eine der Protagonistininen , Stay Strong . Don’t Worry be Happy . Es geht immer weiter irgendwie und alles ist zu schaffen. Es werden Tagebucheinträge von Jacob vorgelesen und dabei hatte ich mehr als einmal Gänsehaut, denn die Folgen für alle werden erst nach uns nach bewusst. 
Leider gibt es auch ein kleines Manko, eigentlich sind es sogar zwei. Am Anfang kam ich mit Olivia Maes Schreibstil nicht besonders gut klar, ab und an musste ich Stellen zweimal lesen, da es Sprünge zwischen den Charakteren gab, die schlecht gekennzeichnet waren . Und es ist in der Präsensform geschrieben und das ist immer etwas heikel, allerdings legt sich das beim lesen.
Ein packender, ehrlicher , spannender , nachdenklich machender Jugendthriller, in dem die Charaktere erst nach und nach offenbart werden, Handlungsstränge ineinander greifen ohne das man es am Anfang bemerkt und der einen mehr als einmal überrascht und dessen Wendung bombastisch ist.



Wer bin ich?

Geboren im wunderschönen Süden von Österreich wuchs ich umringt von Büchern und Geschichtenerzählern auf. Mein Großvater liebte Münchhausen, meine Mama die Geschichten von Tausend und einer Nacht und mein Bruder die Knickerbockerbande… Wohin ich auch sah, geschriebene Worte begleiteten mich somit von der Kinderstube an. Meine Oma hatte selbst eine lyrische Ader und dank den Investitionen meiner Eltern kam ich bald in den Genuss einer stetig wachsenden Bibliothek, die ich mein Eigen nennen durfte. 
Meine erste Geschichte vollendete ich auf der Schreibmaschine von meinem Opa in unserer „Burg“ an der Donau. Es war eine Ehre, dass er mich darauf tippen ließ. Mehr noch jedoch die Tatsache, dass er die Geschichten auch las. Er hat den Acheron längst überschritten, aber sein Erbe bleibt bestehen. 

Inzwischen bin ich Mutter einer bezaubernden Tochter, Ehefrau und Hauptberuflich Lehrerin. Ich lebe nicht mehr im Süden des Landes, sondern im Westen und bin umringt von den Grenzen der Natur. Umso wichtiger ist mir das Schreiben und die Fantasie, denn sie verschafft mir Flügel, und mit jenen kann ich an Orte reisen, die meine Leser irgendwann vielleicht entdecken werden….



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