Sonntag, 24. April 2016

Rezension Venus und Faunus – Der Deal


Gesa ist verzweifelt. Sie braucht unbedingt einen Alibi-Gatten für die Verwandtschaft, egal wen, Hauptsache bald! Am liebsten Cem, den Freund aus Studientagen. Doch Cem, Romantiker und Frauenretter, verliebt sich ausgerechnet jetzt unsterblich in Eva! Was nun?
Cems Freund Enver springt ein. Nicht ganz selbstlos, denn der Womanizer ahnt, dass Gesa hinter kühler Fassade eine sinnliche Natur verbirgt. Das weckt seinen Jagdinstinkt. Der Deal scheint perfekt.
Aber Gesa berührt den coolen Macho tiefer als erwartet, reißt ihn in einen leidenschaftlichen Strudel von Gefühlen. Und selbst seine intimsten Träume sind erfüllt von der magischen Verlockung seiner Venus …






Gesa ist grade mal 27 Jahre alt, als ihr leben eine ungesehene Wendung nimmt. Sie steht plötzlich alleine mit ihrem 15 Jahre alten Bruder da, eine Familie im Nacken, die Gesa und Sami am liebsten bei sich in Istanbul sehen wollen. Sami soll weiter in einer richtigen Familie aufwachsen. Und dazu gehört nun mal ein Ehe-Mann. Aber die kann man sich ja schlecht im Katalog bestellen. Cem fällt Gesa spontan ein, er ist ihre Rettung in der Not, nur doof, dass Cem sich ausgerechnet in Gesas beste Freundin Eva verliebt. Unsterblich auf den ersten Blick.
Aber Cem hat noch ein Ass im Ärmel. Seinen Kumpel Enver, denn seine Mutter liegt ihm schon seid Jahren in den Ohren, endlich sesshaft zu werden. Der Deal scheint perfekt für beide Parteien. Wenn Gesa nicht nur so unnahbar wäre und Enver nicht so fasziniert von ihr. Der Schein trügt schließlich niemals das Herz.



Ein Multi-Kulti Debütroman. Aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern zusammengewürfelt entstanden die beiden Protas. Genau, dass was man in dieser Zeit braucht. Dafür ein ganz dickes Lob.
Mira Tal entführt uns in eine Geschichte voller Leidenschaft, Liebe, wirren Gedanken und Sex. Ihre Figuren sind charakteristisch gut und lebhaft dargstellt.
Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte weniger erwartet von der Story. Sie hat mich doch mit Vielfältigkeit und Tiefe überrascht. Wenn man mal rein von der Story ausgeht ohne die sinnlichen Szenen, die zwar auf jeden Fall dazugehören aber ich will sie trotzdem mal kurz außer Acht lassen, ist die Geschichte um Gesa und Enver ein aufregendes und humorvolles Katz- und Mausspiel bei dem man nicht immer sagen kann, wer der Jäger und wer der gejagte ist. Besonders Enver wächst mit der Zeit über sich und sein bisheriges denken und handeln hinaus. Vom Egoistischen Machoarsch zum Familienmenschen, der sich nicht nur um sich sondern auch um andere Gedanken macht und dazu beiträgt das nicht nur Gesa wieder das Leben in vollen Zügen genießen kann.
Es ist ein Erotikroman, dazu gehört natürlich eine große Portion an Sexszenen, diese sind aber sinnlich und hingebungvoll beschrieben und ein Glück nicht plump und fantasielos, Mira Tal schafft es Verruchtheit, Lust und Hingabe nicht billig wirken zu lassen.
Mira Tals Schreibstil lässt einen die Geschichte flüssig lesen und lädt zum Abtauchen ins Geschehen ein, auch wenn manchmal die Sätze ein wenig kürzer sein könnten. Oder gar weggelassen werden konnten. Genau wie ein zwei Szenen, die meines Erachtens nicht unbedingt hätten rein gemusst. Aber das ist Ihr Buch, ihr Baby. Groß störend waren Sie ja jetzt auch nicht.
Bis zum Schluss wusste man nicht ob es jetzt ein Happy End geben wird. Man kann es erahnen aber sicher ist man sich erst auf der letzen Seite. Manches ist für den Leser so offensichtlich, das man über die beiden Protas nur schmunzeln kann. Aber als Leser weiß man eben oftmals mehr als die Figuren.

Ich freue mich aber schon darauf mehr von Mira Tal zu lesen. Wenn ihr den Deal eingeht und euch das Buch besorgt, holt es euch als Printausgabe. Die ist einfach nur so wunderschön und mit viel Liebe gestaltet.

Etwas was ich unbedingt noch erwähnen möchte, ist das Nachwort vom Verlag an sich. Das hat mich wirklich beeindruckt, da ich es so noch nie gelesen habe. Es wird drauf hingewiesen, das Safer Sex wichtig ist, in Büchern wird man schwanger wenn man es will oder bekommt Krankheiten nur denn wenn der Autor es festlegt. Genau wie keine Toleranz gegenüber Sexuellen Übergriffen.

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